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ZENDELBRUNNEN
Ursprünglich gab es hier ein kellerartiges Gewölbe, später wurde die Quelle zum heutigen Aussehen umgebaut. Im 20. Jhd. verwendete dieses Wasser die Sodawasserfabrik „Stella“, deren Flaschenabfüllwerkgebäude sich noch in der Nähe der Brücke unter der Znaimer Talsperre befindet.
Den Brunnen erwähnt auch der in Znaim geborene Schriftsteller Adolf Foyt (7. 1. 1882) in seinem Buch „Znaim, die Perle Südmährens vor 40 Jahren“ (1932). Jährlich am Samstag vor Pfingsten wurde der Brunnen vorsorglich gereinigt, Schlamm, Steine, Laub entfernt, die Wände wurden weiß gestrichen und das Gewölbe hergerichtet. Das Zulaufsrohr wurde zugestopft. Es war auch Brauch, dass während des „Räumens“ ein Holzstoß neben dem Brunnen entzündet wurde und die Anwesenden über das Feuer sprangen. Für die Bewirtung sorgte der Wirt aus dem unweit gelegenen Gasthause „Zum Grünen Baum“. Am Sonntag um 10 Uhr vormittags zieht die Schar der Burschen mit Musik, jauchzend mit geschmückten Birkenästen, zum Zendel-Brunnen, um nun der Quelle wieder freien Lauf in dem reinen Brunnen zu geben. Das nun frisch laufende Wasser wird zum Trunke herumgereicht. Da es auch an diesem Tag den sogenannten „Thayagaßler Kirchtag“ gab, fand am Abend im Gasthaus „Zum Grünen Baum“ ein Tanzabend statt. Foyt nennt diesen Znaimer Brauch: „Zendelbrunnfeier“. Nach dem Großen Krieg wurde diese Tradition nicht mehr fortgesetzt, aber ab 2000 entsteht eine neue Tradition, welche die Kinder der Znaimer Kindergärten initiiert haben – Die Reinigung der Umgebung der Brunnenquelle und das Lob der Wassernixe Thayana, die den Brunnen schützt. ![]() Dr. L.
Černošek a K. Jakl, 2019
Übersetzung Karel Jakl Obrázky: Josef Büche (1) , Josef Vlasák (2), Lubomír Černošek (4) a Karel Jakl (5,6) |
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